Was vom Monat blieb - November 2018



Ja, nun ist es doch noch Herbst geworden. Der schier unendlich erscheinende Sommer hat, leider, erwartungsgemäß den Rückzug angetreten und kühles, wenn auch nicht schlechtes Wetter, hat die Regie übernommen. Dementsprechend sind die Outdooraktivitäten auch etwas zurück gegangen.

So schlimm ist das nun auch nicht. Deshalb möchte ich diesen Monat auf nur zwei Seiten oder Personen hinweisen, die zum einen irgendwie prägend waren und zum anderen einen Lebenswandel zeigen, der durchaus beeindruckend ist.

https://www.alpenzorro.com/ Stefan Stuntz

Stefan wurde mir bekannt durch das Forum von https://www.mtb-news.de/, in welchen er von seinen Touren berichtet. Schon damals fande ich es faszinierend, mit wie wenig Sachen und Ausrüstung man solche Reisen machen kann, ohne je von Ultraleicht Wandern oder Bikepacking gehört zu haben. Zelt, Schlafsack, Matte, warme Jacke und wenig Wechselwäsche. Auf gehts. Fast täglich berichtete er von seinem Touren, seine selbst gemachten Bilder sprachen Bände. Man brauchte nicht lange und das Fernweh hatte einen.

Seit dem sind einige Jahre vergangen und Stefan und nun schon fast die ganze Welt bereist. Als IT-ler hat er wohl die Möglichkeit, dies immer wieder zu finanzieren. Zu Amiga-Zeiten scheint er mal ein sehr erfolgreiches Projekt gehabt zu haben, aber im Prinzip ist das Nebensache. Ich freue mich jedes mal aufs Neue, wenn er uns auf seinen Abenteuern mitnimmt...


https://www.facebook.com/von0auf100km/ / Jens-Uwe

Da ich mich ja gerne über Langstreckenwanerungen informiere, bin ich letztes Jahr auch irgendwann über Jens-Uwe gestolpert. Sein Motto von "0 auf 100km" machte mich neugierig. Er nutz Facebook als auch Instagram, um über sein damaliges Ziel, eine 100km Wanderung, als auch seien Lebenswandel zu berichten.
Lebenswandel? Nunja, letztes Jahr ging es ihm wohl nicht so gut. Übergewicht und die damit verbundenen Folgen brachten ihn ins Krankenhaus. Ein ziemlicher Warnschuss, denn mit 38 Jahren will man das wohl nicht erleben. Er definierte also als recht unsportlicher Kerl sein Ziel: 100km am Stück zu wandern. Das will schon was heissen, ich hab es bisher noch nicht geschafft. Er joggte, heimtrainerte, schwamm, wanderte...

Auf diese Reise nahm er alle mit und erhielt sehr viel motivierenden Zuspruch. Es war toll mit anzuschauen, wie auch optisch eine Veränderung stattfand. Vor diese Entwicklung und auch dem Umstand, das er sein Ziel blasen- und erfolgreich abschloss, zieh ich meinen Hut. Und seine lebensbejahende Art und Weise gibt die Motivation auch wieder an andere zurück, wenn man gewillt ist, etwas dafür zu tun.

Aber die Entwicklung schein noch nicht abgeschlossen. Irgendwie geht es nun in Richtung "Ironman", man darf also gespannt sein was da noch kommt.  Jens-Uwe, mach weiter so...Unicorn forever  :)

Was vom Monat blieb - Oktober 2018

Auch diesen Monat gab es wieder viele interessante Artikel. Das was hängenblieb stell ich dir hier kurz vor:

http://awesomatik.de / Fabian

Fabian von Awesomatik.de ist diesen Sommer auf den Spuren des GR 5 gegangen, um genau zu sein die Grande Traversee des Alpes. Mehr als 30 Tage soll die Unternehmung dauern, 13 Etappen sind in 3 Artikeln nun schon mal zu bestaunen.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die französischen Alpen bestechen durch tolles Panorama, Gletscher, Bergseen und  grandiose Landschaft. Fabian berichtet HIER von diesen Naturschönheiten, aber auch von einem vollen Rucksack, der oft schwierigen Suche nach einer Unterkunft wenn man ohne Zelt unterwegs ist und anderen Abenteuern. Sehr schön anzuschauen und zu lesen.

http://e1-traum.de / Thomas Bongartz

Auf die Wanderung von Thomas Bongarts bin ich durch einen kleinen Zeitungsartikel aufmerksam geworden. Am 01.06.2017 am Nordkap gestartet,  wanderte er auf den Weitwanderweg E1 durch ganz Skandinavien um gegen Weihnachten in Deutschland zu Hause zu sein. Es hält ihn aber nur wenig länger als Sylvester daheim, am 04.01.18 startet er wieder zum 2. Teil seiner Tour in Richtung Sizilien. In Form eines Tagebuches wird fast jeder Tag mehr oder weniger einfach beschrieben, anders als gewohnt, aber doch sehr unterhaltsam. Gewürzt mit vielen Bildern ist sein gewanderter Traum über ca. 7000 km auf http://e1-traum.de zu finden.

http://earnyourbacon.com/de/ / Carola

Carola hat sich auf den im April diesen Jahres eröffneten Forststeig im Elbsandsteingebirge gewagt. Er befindet sich etwas südlicher des Malerweges und geht zum  Teil durch Tschechien. Wie es scheint, ist er aber nicht weniger schwierig. Aber schön sieht es aus. Da wird geklettert, Stufen erklommen und in Boofen genächtigt, sehr lesenswert und gespickt mit tollen Bildern. Tipps und Wissenswertes zum Weg gibt auch gleich noch.
Und klar, da er ja „um die Ecke“ liegt, steht er auch schon auf der ToDo Liste, noch einer also…hhmpf.

https://www.hello-world.net/ Andrea und Nico

Andrea und Nico suchen das Abenteuer, nach einigen Touren in Europa ging es Anfang September nun für 100 Tage nach Südamerika. Auch wenn man sich gedanklich auf einen Kulturschock eingestellt hatte, kam es dann doch ganz anders. Sie landen nicht nur in dem schönem Bolivien, sondern auch in einem Land im Ausnahmezustand. Demonstrationen, Straßensperren und andere Hindernisse verheißen nix Gutes. Doch beide versuchen das Beste daraus zu machen, berichten nun schon in 2 Teilen davon. Wirklich abenteuerlich…

https://www.wiwo.de/ Flugportal Ranking

Nicht jeder wandert direkt vor der Haustür los, manchmal geht es auch ein wenig weiter weg. Da wird schon mal nach dem günstigstem Flug geschaut. Hilfe bieten da sogenannte Flugportale, die sich Ihre Infos aus wiederum anderen Seiten, wie etwa von Fluggesellschaften, zusammensuchen. Die WIWO hat ein Ranking dazu erstellt, denn nicht immer ist es so, was am Anfang günstig ausschaut, ist es auch noch am Ende. Thema Gebühren und versteckte Kosten. Interessante Zusammenstellung, eventuell hilft das den ein oder anderen beim Flug suchen, ich habe auch nicht alle Portale gekannt.

Du kannst nicht wandern gehen? – 7 Dinge die du trotzdem machen kannst


Es gibt immer wieder mal Zeiten, in denen man nicht wandern gehen kann. Mal hat man mit einer Verletzung zu kämpfen, mal ist man einfach beruflich zu eingespannt um sich loseisen zu können oder die Jahreszeit gibt es einfach nicht her, gerade im Winter. Das alles bedeutet aber nicht, das man sich deshalb GAR NICHT mit seiner Leidenschaft auseinandersetzen kann. Es gibt trotzdem Dinge, die ihr machen könnt – 7 will ich hier aufzählen.


1. Lest wieder mal ein Buch


In Zeiten von Internet, Smartphone und TV ist das Buch eventuell doch etwas in den Hintergrund gerückt. Informationen sind einfach schneller verfügbar und in ihrer Breite eventuell auch umfangreicher. Doch gerade im Outdoor Bereich gibt es viele Bücher die ganz sicher lesenswert sind. Mögen es Tourenberichte sein, Bücher zu Tipps im Ausrüstungsbereich oder auch die Vorstellung eines Landes. Alles regt uns an, neue Eindrücke zu gewinnen, aus Erfahrungen anderer zu lernen oder einfach seinen Wissensschatz zu vergrößern. Das ist gut angelegte Zeit und so ein gutes Buch sorgt immer noch für die tollsten Bilder im Kopf.

2. Überprüft eure Ausrüstung


Eine Saison liegt vielleicht hinter euch, das ist auch die Zeit VOR der neuen Saison. Warum nicht zu die Zeit nutzen und sich Gedanken dazu zu machen. Passt die Ausrüstung noch, muss ich defekte Ausrüstung ersetzen? Hab ich die Möglichkeit, irgendwo am Gewicht Einsparungen vornehmen zu können? Eventuell könnt ihr Teile eurer Ausrüstung auch selbst reparieren, ein Loch zunähen oder einen Durchstich mit einen Klebeset verschliessen. Hilfreich bei sowas kann natürlich die gute Packliste sein.

Gearporn :) 

3. Versucht euch im DIY


Wenn ihr schon die Ausrüstung überprüft, warum wagt ihr euch nicht auch mal an MYOG (Make Your Own Gear) heran? Es muss nicht immer gleich der eigene Rucksack sein, den ihr in einem Tag zusammenschneidert. Je nach handwerklichem Geschick können dies auch kleine Projekte sein, wo man kein Schneider oder Textilfachmann sein muss. Besorgt euch etwas Tyvek und gestaltet eure Zeltunterlage einfach selbst, oder bastelt euch einen Becherwärmer (Pot Cozy). Der eine mag vielleicht über eine Zeltalternative nachdenken, warum dann sich nicht an einen Tarp versuchen? Und seid versichert, auch wenn die Ergebnisse vielleicht nicht perfekt sein mögen, durch euren Einsatz und Herzblut werden sie aber sicher zu euren Lieblingsteilen werden. Und ganz nebenbei habt ihr oft genug auch noch Geld und Gewicht gespart. Also, worauf wartet ihr noch? Nur Mut!

Pot Cozy im ersten Versuch 

4. Probiert euch an Verpflegung für unterwegs aus


Klar, die Banane oder der Apfel sind schnell eingepackt, der Fitnessriegel ist gut im Discounter erhältlich. Vielleicht schmeckt euch das nicht, vielleicht passt die Nährstoffdichte oder –zusammensetzung nicht oder es gibt andere Gründe, die dagegen sprechen. Warum also mal nicht nach seinen eigenen Gustos zur Tat schreiten? Kein Problem.
Im Internet finden sich unzählige Rezepte für Fitnessriegel zum selbst machen. Typische Zutaten sind oftmals Haferflocken, Honig und Nüsse. Alles was einem viel Energie liefert und am Ende eine gute Kombination aus Gewicht und Energie liefert, im besten Fall schmeckt es dann auch noch
Aber auch für längere Touren kann man Sachen probieren. Ultralight Wanderer lassen oft den Kocher zuhause, das Mittag- oder Abendessen wird dann kalt zubereitet, zum Beispiel wird Couscous dann mit Wasser gemischt und nach einer gewissen „Ziehzeit“ kann man das Ganze essen. Hier kann man einfach mal testen, mit was kann ich würzen, welche Mengenverhältnisse passen und wie lang dauert die Zubereitung? Solche Erfahrungen helfen einem dann ganz sicher für Unterwegs, Anregungen gibt es unter anderem HIER

5. Die neue Tour planen


Natürlich darf so ein Punkt nicht fehlen. Eine neue Tour zu planen. Irgendwie machen das doch alle gerne. Es schwingt so eine gewisse Vorfreude mit, auch wenn das Ereignis noch in ferner Zukunft ist. Doch es gibt immer Dinge, die man sich anschauen kann und will. Welcher Weg oder Tour soll es denn sein, wie komme ich hin oder auch wieder weg, wo bekomme ich was zu Essen und zu Trinken und schlussendlich, wo verbringe ich evtl. die Nacht. Bei all der Planung wissen wir auch, dass es selten genauso läuft, wie man es sich gedacht hat. Über einen Plan B sollte man also auch nachgedacht haben. Das Planen meiner Tour nach Schottland habe ich deshalb nicht bereut...



6. Lass dich von Gleichgesinnten inspirieren


Es gibt genug Quellen, wo ihr euch neue Inspirationen holen könnt. Bücher, Internet mit seinen sozialen Medien, Foren und Blogs, Vorträge oder auch Messen. Es ist sicher nicht schwer, neue Ideen zu generieren. Man kann die Erfahrungen anderer Nutzen, hört und sieht andere Wanderwege und Gebiete, die man auch gern einmal besuchen oder bereisen möchte. Derer gibt es sicher nicht wenige. Manchmal ist das Reiseziel nicht soweit weg, wie es oft scheint. Auch minimalistische Ansätze können hier zum tragen kommen, warum nicht mal eine Wanderung vor der Haustür beginnen? Brauch ich das Abendkleid wirklich im Rucksack? Oder muss ich wirklich über den großen Teich fliegen um ein "Abenteuer" zu erleben? Halt jeder so wie er mag...

7. Verbringe Zeit mit Familie und Freunden


Ein Punkt, den man manchmal ganz gern vernachlässigt. Gerade über die Sommermonate hat man öfters viel vor oder auch um die Ohren. Stunden, Tage oder gar Wochen verbringt man Zeit mit seiner Leidenschaft, da kann es schon mal passieren, das man seine Familie oder Freunde nicht ganz so häufig sieht. So eine Pause ist doch da genau der richtige Zeitpunkt, um auch dies mal wieder etwas intensiver zu pflegen. Vielleicht sind sie ja interessiert an euren Herumtreibereien und ihr könnt ihnen davon berichten.

Wie ihr seht, eine Pause vom Wandern muss also nicht zwangsläufig im Nichtstun enden. Was macht ihr so, wenn ihr, aus welchen Grünen auch immer, eure Aktivität etwas zurücknehmt?     





West Highland Way - von Milngavie nach Drymen (Muir Park Reservoir)

Er ist endlich da. Mehr als 7 Monate habe ich auf diesen Tag hingefiebert. Es geht nach Schottland, auf den West Highland Way. Nicht ganz ohne Probleme im Vorfeld. Die Fluggesellschaft nervt ein wenig mit Umbuchungen, ich starte nun von Leipzig. Mein Rückenproblem ist nicht weg, vorletzte Woche hat mich eine Erkältung noch mal richtig niedergestreckt. Keine tollen Vorzeichen eigentlich, aber ich bin Feuer und Flamme.

Mit der Propellermaschiene nach Glasgow

Es gibt einen Zwischenstopp in Düsseldorf, der Weiterflug nach Glasgow verläuft aber ohne Probleme. Es sind jeweils Propellermaschinen die mich ans Ziel bringen, etwas lauter als sonst, aber durchaus interessant. Sie fliegen tiefer als Düsenjets, so lassen sich durchs Fenster mehr Details am Boden erkennen. Wir landen pünktlich, mein mit Folie eingewickelter Rucksack hat den Transport gut überstanden, alles OK. So, gleich noch eine Pfund am Automaten besorgen, der gleich neben der Gepäckausgabe steht, und dann ab zum Ausgang.

Im Bus der Linie 500 
Ein erster Blick in die Buchanan Street
Läuft wie am Schnürchen 

Nach meinen angelesenen Informationen müsste gleich am Ausgang der Bus der Linie 500 stehen, ein 24-Stunden Shuttle Bus nach Glasgow. Und so ist es auch. Das läuft ja alles wie am Schnürchen.
Das nimmt so etwas die Aufregung, ob auch alles klappt. Ich steige in der Nähe der Glasgow Queen Street Station aus. Sie liegt an der Buchanan Street, wo es auch einen Sportartikelausrüster gibt, ich brauche Gas und noch so ein Zeug gegen die Midges (winzige Fliegen die gemein zubeißen sollen), Smidge genannt. 8 Pfund für das kleine Fläschlein??? Wucher, aber naja. Leider läuft die Suche nach etwas zu Essen und zu trinken nicht ganz so erfolgreich. Etwas orientierungslos irre ich herum, es dauert mehr als eine Stunde bis ich was passendes gefunden habe. Jetzt zurück zur Station, ein Karte gekauft und ab nach Milngavie, das funktioniert wieder super.

Hier geht von Glasgow nach Milngavie
Sofort wird man am Bahnhof in Empfang genommen - Hinweisschild
Durch mein herumirren in Glasgow habe ich leider etwas Zeit verloren, leider. Am Startpunkt frage ich einen jungen Mann, ob er von mir das obligatorische Startbild machen könnte. Bei der kurzen, abgehackten Verständigung bekomme ich heraus, das er zwar auch auf den West Highland Way laufen wird, es aber nur ein Teil seiner Wanderung ist. Er läuft Großbritannien von unten nach oben, wow, hat also schon einige Kilometer in den Beinen. Beeindruckend. Wir wünschen uns gegenseitig gutes Weiterkommen und verabschieden uns. Das Abenteuer beginnt nun richtig und das bei bestem Wanderwetter.

Jetzt kann es losgehen

Die ersten Schritte auf den WHW

Ich bin zwar fremd hier, doch werde ich durch den Weg nicht allein gelassen. Viele Schilder zeigen die Richtung an, die ich zu gehen habe, das soll auch die Ganze Zeit so bleiben. Vorbildlich. Es geht noch kurz einige Wege in Milngavie entland und dann ist man praktisch auch schon raus aus der Stadt. Sofort merkt man, das es auch in Schottland Frühling ist. Lila Glockenblumen säumen die Wegesränder, ein angenehm blumiger Duft kringelt sich um die Nase. Sattes grün, alsbald werden die erstes goldgelben Ginsterbüsche sichtbar. Das ist Schottland? In meinen Kopf sind Bilder von kargen und bleichen Wiesen und Feldern und dann sowas. Klasse, eine positive Überraschung.

Frühling in Schottland

So beginnt der West Highland Way nach Milngavie

Ginster am Wegesrand

Whisky und mehr Grün als gedacht

Die folgenden Kilometer sind geprägt von großen Weideflächen, wo seltsamerweise oftmals nur wenige Schafe darauf weiden. Die Landschaft ist allerhöchstens als hügelig zu bezeichnen, die "richtigen" Highlands kommen erst nach dem See Loch Lomond. Aber es ist schön so, gemütlich irgendwie. Vorbei an einem See, dem Craigallian Loch, sieht man in der Ferne die ersten kleinen Erhebungen, an denen man dann noch vorbei laufen wird. Nun folgt man einem Weg, der auf einer früheren Bahnlinie errichtet wurde. Immer wieder mal erläutern informative Schilder diese kleinen Gegebenheiten. In einiger Entfernung sehe ich die Glengoyne Distillery, für Whisky Kenner sicher ein Begriff.

Glengoyne Distillery
Auf einem Damm der ehemaligen Bahnlinie

Es ist nun bereits früher Abend. Nach ca. 19km biete ich vom Weg etwas ab, um in das kleine Örtchen Drymen zu kommen. Ich werde in einem kleinem Markt fündig, etwas zu Essen und Wasser. 1km später bin ich wieder auf dem Weg und tauche in den Garadhban Forest ein, ein Waldstück oberhalb von Drymen. Im Vorfeld habe ich einen kleinen Stausee in diesem Wald ausgemacht, da will ich hin. Der Weg schlängelt sich durch den Wald, hier und da stehen erste Zelte, deren Bewohner schon beim Essen sind. Ich finde den Abzweig zum See, doch dieser ist weit und breit nicht zu sehen.

Typisches Bed & Breakfast (Drymen)
Auf den Weg in den Garadhban Forest nahe Drymen

Ein tolles Plätzchen will erkämpft sein

Tja, so ist das nun mal. Oftmals verschätzt man sich, wenn man auf der Karte etwas ausspäht, in der Realität ist dies dann gefühlt doch anders. Ich bemühe mein Telefon mit GPS und Karte, da lang müsste es gehen, aber das sind nur kleine Bäume und kein Weg. Arrrggss, nicht schön. Ich habe eine Anreise und annähernd 25km in den Knochen, für den Augenblick bereue ich es, die ein oder zwei Zeltmöglichkeiten vorher nicht genutzt zu haben. Ich kämpfe mich durch die Bäume, es geht nur langsam voran und ich muss aufpassen, nicht irgendwo hängen zubleiben. Aber dann, ich sehe das Reservoir, doch ein kleiner Zaun versperrt mir den Weg. Neee, das kann jetzt nicht sein, wirklich nicht. Nach einigen Suchen finde ich eine Lücke. Mir ist zwar etwas mulmig bei dem Gedanken, aber das ist nun egal, hierher wird nun niemand mehr kommen und morgen früh bin ich zeitig wieder weg.

Hier irgendwo ist der See - laut Karte

Das Lager ist so halbwegs gerichtet

Sonnenuntergang am See

Nun gilt es das Lager zu bereiten. Es fehlt noch etwas die Routine, von der Sicherheit das Zelt richtig aufzubauen ganz zu schweigen. Ich brauch eine halbe Stunde, dann ist aber alles so, das es passen könnte. Zelt steht, check, Matte ist aufgeblasen, check, Sachen sind verstaut, check, passt soweit. Ich setzte mich auf die Mauer, an der ich Zelte. Am Himmel keine Wolke, es ist ruhig hier draußen, auf der anderen Seite geht die Sonne unter. Ich fahre langsam runter, die Anspannung weicht einem Gefühl der Zufriedenheit. Es hat alles soweit super geklappt, die Wanderung war toll und nun hier bei der Stimmung, einfach nur toll.

Es geht ab ins Zelt, es ist frisch geworden Ich brauche einige Zeit, bis ich meinen Schlafsack justiert habe und er auch das macht, was ich gerne hätte. Als Bauchschläfer gar nicht so einfach. Aber wir arrangieren uns und es liegt sich gar nicht so übel. Ich bin nun doch etwas geschafft und brauche gar nicht lange, bis ich zufrieden einschlafe. 


Was vom Monat blieb - September 2018

Immer wieder gibt es Artikel im Monat, die bei mir persönlich etwas mehr hängen bleiben. Sei es in Sachen Ausrüstung, ein toller Blogeintrag oder ein Tourbericht, der mich anspricht. Eventuell geht es euch ja ähnlich, ab sofort will dazu künftig ein Blogeintrag veröffentlichen.

https://followingthearrows.com/ / Kat Davis

Kat war im letzten Monat in den Alpen unterwegs, um genau zu sein, hat sie mit Ihrem Vater das Mont Blanc Massiv auf der TOUR DU MONT BLANC in ca. 170km umrundet. Spannend finde ich das Ganze, weil diese Runde mir vorher noch nicht bekannt war. Und dabei sehen die Eindrücke, die sie mit der Kamera festgehalten hat, wirklich toll aus. 10 Tage tolle Tour in den Alpen. Und ein lustiges Video gibt es nun auch davon, wirklich inspirierent.
Die Runde ist definitiv nun auf der Liste der Touren, die es nochmal im Leben anzugehen geht. Hier gehts zum Tourbericht: Tour TMB


https://www.pushbikegirl.com/ / Heike Pirngruber

Achtung: Radwandern! Aber trotzdem einen Blick wert. Auf Heikes Webseite bin ich durch einen Hinweis auf Facebook gekommen. Und zwar durch DIESEN Blogeintrag von ihr. Wie fühlt es sich an, nach 4,7 Jahren wieder nach Deutschland, ihre eigentliche Heimat, zu kommen? Man müsste doch meinen, das man da doch sehr froh drüber ist. Müsste man. Aber diese Gefühl das die beschreibt, liest man auch oft von Thru Hikern, die einige Monate am Stück nur dem wandern frönten. Ich kann es irgendwie verstehen, wenn auch gefühlsmäßig nicht in dem Maße nachvollziehen. Wirklich ein interessanter Beitrag, ihre Eindrücke der vorangegangenen Jahre auf der Webseite sprechen sowieso für sich...
Achja, derzeit ist sie wieder auf Tour, in Richtung Afrika, zu verfolgen auf Facebook(@pushbikegirl).


https://happyhiker.de/ Stefan Kuhn

Stefan ist ein Wanderer, der schon durch die ganze Welt getourt ist. Derzeit hat er sich aber einen Wanderweg so ziemlich "um die Ecke" herausgepickt: es geht um den Fränkischen Gebirgsweg. Auf knapp 430 Kilometern schlängelt sich dieser Weg durch das fränkische Land. Für drei Wochen berichtet seit Samstag Stefan nun auf der Facebookseite des Wanderweges von seinem Abenteuer. Die ersten Einträge sind vielversprechend, bei dem Wetter ja auch kein Wunder :) Interessant deshalb, weil es ein Fernwanderweg nicht weit weg ist.
Hier zu verfolgen: Facebookseite des fränkischen Gebirgsweges


https://aktiv-durch-das-leben.de/ Anita und Claudia

Anita und Claudia berichten von ihren Wanderungen, aber auch von ihren Teilnahmen von verschiedenen Sport- oder Marathonwanderungen. Dazu haben sie auch eine Infoseite im Angebot, wann und wo eine solche Wanderung stattfindet.  Dabei das Ganze nicht nur in Deutschland, sondern auch für Wanderungen unserer Nachbarn, Niederlande und Österreich. Für ein schnelles finden auch noch in einer Karte dargestellt. Ein Traum. Ein Dauerbrenner für mich. Klasse!
Hier gehts zur Übersicht: Wandermarathon und 24h-Wanderungen


https://www.bergreif.de/ Alex

Über Alex und seine Seite muss man wohl nicht mehr viel schreiben. Ich denke, die meisten von Euch kennen sie schon. Nichts desto trotz möchte ich auf einen Artikel hinweisen, der für alle wichtig sein dürfte, die sich für ein Ultralight-Zelt interessieren und einen Kauf beabsichtigen sollten. Alex hat dabei 12 Zelte zusammengefasst, die allesamt unter 1000 Gramm wiegen. Schöne und informative Übersicht für Kaufinteressierte...abrufbar HIER

West Highland Way - Fakten, Tipps und Anregungen für eure Planung

Was ist der West Highland Way?

Der West Highland Way ist wohl der beliebteste Weitwanderweg in Schottland. Im Jahr 1980 eröffnet, sind es derweil wohl mehr als 50.000 Wanderfreunde, die ihn jährlich begehen wollen. Schon diese Zahlen zeigen, das man nicht unbedingt "einsam" sein wird. Aber dazu später mehr.

Der Fernwanderweg hat eine Länge von 154km (96 miles) und startet in einem Vorort Glasgows, in Milngavie. Von da aus führt er den Wanderer durch eine Hügellandschaft in Richtung des Loch Lomond, den größten See Schottlands. Diesen folgt man dann knapp 30km, um dann endlich mehr oder weniger in die Highlands einzutauchen. Es geht zwischen den ersten Tausendern vorbei,
durch Wald, Wiesen, Mooren und Tälern. Vorausgesetzt das Wetter passt, hat man wirklich tolle Aussichten auf die Gipfel und das Umland. Wenn nicht, sind die Berggipfel leider nicht zu sehen und meist wolkenverhangen. Aber nun ja, so ist das nun mal in Schottland. Kurz vor dem Endpunkt der Wanderung kommt man am Ben Nevis, Großbritanniens höchstem Berg, vorbei. Man wandert direkt auf ihn zu, seitlich sieht man den Weg, der hinauf auf den Berg führt.
Mit einem Tag extra könnte dies ein lohnender Abschluss sein, sollten euch die 154 geschafften Kilometer noch nicht reichen.
Ziel des Weges ist die Stadt Fort William, die man, je nach Pensum, nach 5 oder 8 Tagen erreicht hat. Neuerdings läuft man nun in das Städtchen rein, um das
offizielle Ende mit einem Finisher Bild krönen zu können. So bekommt man auf alle Fälle die niedliche Einkaufsstraße zu Gesicht. Hurray, und dann ist es auch schon geschafft.

Für wen ist der Weg geeignet?


Tja, diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ein wenig kommt es auch auf die Erwartungshaltung an. Aber pauschal würde ich glatt sagen, der Weg ist für
Jedermann geeignet, für jung und alt, für Anfänger als auch den ambitionierten Hiker. Ich denke, hier kann eigentlich jeder auf seine Art glücklich werden. Und das ist das Tolle daran.

Der Weg ist recht einfach über Glasgow zu erreichen, kurze Zugfahrt und schwupps ist man auch schon da. Hat man das Ziel erreicht, ist die Rückkehr ebenso einfach, einfach in den Bus oder Zug setzten und nach knapp drei Stunden ist man auch schon wieder in Glasgow. Hierbei sind eigentlich nur rudimentäre Englischkenntnisse erforderlich. Auch hierzu geh ich später nochmals genauer ein.

Vom Niveau her ist der WHW nicht wirklich schwer. Sicher, flach wie der Ostseestrand ist er nicht, dafür enthält er ja das Wort "Highlands". Doch weder muss gekraxelt werden, noch sind
irgendwelche gefährlichen Passagen drin. Es gibt zwei steilere Anstiege, Conic Hill sowie die "Devils Staircase", die einem ein wenig mehr Puste abverlangen. Doch oft geht es mehr oder weniger gemächlich bergan oder bergab. Am Loch Lomond ist es manchmal etwas mit Steinen und Felsen verbockt, wo definitiv etwas Konzentration gefordert ist, doch alles nichts, was einen Wandersmann oder -frau aus der Ruhe bringen würde. Ich empfand es sogar als erfreuliche Abwechslung mit viel Grün und blumigen Frühlingsduft.

Der West Higland Way ist wirklich sehr gut ausgeschildert. Die Pfähle mit dem sechseckigem Distelzeichen sind wohl gesetzt und lassen den Wanderer nicht im Stich. Ich glaube, ich habe nur zwei oder drei Punkte gehabt auf der gesamten Strecke gehabt, wo kleine Fragezeichen aufkamen. Eine Karte oder GPS als Sicherheit sind aber trotzdem zu empfehlen.

Gibt es so etwas wie die beste Reisezeit?


Eigentlich kann man Schottland von Frühling an bis in den Herbst bereisen, solange man sich mit dem Wetter anfreunden kann. Sicher gibt es auch Hartgesottene, die so eine Wanderung im Winter versuchen, doch selbst die bekannte Weitwanderin Christine Thürmer kann dieses Unterfangen keinem empfehlen, wie sie in einem Beitrag mal schrieb.

Geht man also von der "normalen" Wanderzeit aus, muss man trotzdem mit oft mit Nieselregen,
wolkenverhangenen Bergen und pfützenbeladene Wege rechnen. Man kann halt Glück haben mit ein paar Tagen trockenem Wetter oder auch eine Woche Regen erwischen, die geografische Lage
lässt wohl eine stabile Wetterlage nicht zu.

Und trotzdem kann man ein wenig nach den statistischen Werten gehen. Und diese besagen, das der Monat Mai wohl ein recht günstiger Zeitpunkt ist. Zum einen hat er die wenigsten Regentagen im Jahr und zum anderen auch die geringste Niederschlagsmenge. Und zu mindestens für dieses Jahr kann ich das mehr als bestätigen und würde diese Zeit auch wärmstens empfehlen.
Der Ginster blüht im schönsten Gelb, die Natur ist nach dem Winter im vollen Wachstum mit vielen Grün und duftenden Blumen, was gerade am Loch Lomond ziemlich viel Freude beim Wandern bereitet.

Aber noch ein anderer Punkt spricht für den Mai. Und zwar wegen den Midges. Das sind kleine, 1-2mm große kleine Fliegen, die nicht stechen wie Mücken, aber einen in die Haut beißen. Zu dieser Zeit sind sie noch nicht so zahlreich, mit viel Glück kaum vorhanden.
Sie sind echt ein wenig nervig. Passt man nicht auf, ist man von den Bissen und den folgenden roten Punkten übersät. In diesem Zusammenhang kann ich euch Smidge empfehlen.
Es ist eine gar nicht so übel riechende Lotion und ich bilde mir ein, dass sie ihren Dienst recht erfolgreich versehen hatte. Die Bissfreudigkeit nahm spürbar ab.

Die Anreise


In der Regel wird es wohl so sein, das ihr am Flughafen in Glasgow ankommen werdet. Dieser liegt etwas außerhalb des Zentrums der schottischen Stadt, was aber hier kein Problem ist.
Glasgow stellt den Touristen hier einen tollen Service zur Verfügung, und dieser ist die Buslinie 500. Eine Bustransfer der rund um die Uhr und das ganze Jahr zur Verfügung gestellt wird.
Und dies zu einem wirklich angenehmen Tarif, einfaches Ticket zu 8 Pfund, Open Return für 12 Pfund. Bei letzterem Ticket handel es sich um 2 Single Tickets (also Hin- und Rückfahrt), die
innerhalb von 28 Tagen eingelöst werden müssen. Also für den WHW Trip ideal und wohl das Ticket, was gewählt werden sollte.
Der Bus fährt vom Flughafen von Stance 1 (sowas wie ein Haltepunkt/Haltestelle) ab, welcher sich am Ausgang des Flughafens gleich ganz links befindet. Markiert durch eine kleine Absperrung ist ganz einfach zu finden.
Für alle Onlinejunkies: es gibt freies WLAN an Board und jeder Sitz verfügt über eine USB-Lademöglichkeit. Grandios.

HIER bekommt ihr INFOS zur Buslinie 500
HIER ist noch ein informativer FLYER zur Buslinie 500
HIER eine Karte mit den Ein- und Ausstiegspunkten in Glasgow

Karte mit den Ein- und Ausstiegpunkten (HIER erhältlich)


Wer nach dem Flug in einem Hotel in Glasgow unterkommt, sucht sich die für ihn günstigste Haltestelle raus. Wollt ihr gleich weiter nach Milngavie, so kann ich Haltestelle 3 rot, den George Square at Queen Street Station empfehlen. Zum einen habt ihr hier einen guten Zugang zur Buccanan Street (der Haupteinkaufsstraße in Glasgow), um evtl Gas, Smidge oder andere Sachen für die Tour zu kaufen, zum anderen ist die Queen Street Station direkt um die Ecke.

Lageplan an der Glasgow Queen Street Station
Karte hergestellt aus Openstreetmap Daten Lizens: Open Database License (ODbL)
  • roter Punkt - TISO, Sportartikelausrüster; hier bekommt ihr Gas, Smidge oder andere notwendige Mitbringsel
  • gelber Punkt - Haltestelle George Square at Queen Street Station vom Bus
  • grüner Punkt - Eingang Queen Street Station zur Weiterfahrt nach Milngavie

Von der Queen Station könnt ihr mit dem Zug problemlos zum Startpunkt nach Milngavie fahren. Die Kosten liegen bei 3,40 Pfund für die einfache Fahrt, die ungefähr 25 Minuten dauert. Züge fahren wohl alle 30 Minuten - 1 Stunde. Infos zu den Abfahrtszeiten könnt ihr z. Bsp. HIER abrufen.

Kommt ihr nun in Milngavie an, so fühlt es sich ein wenig an, als werdet ihr ganz lieb gedrückt und an die Hand genommen. Ihr verlasst den Bahnhof und schon prangt das erste Schild zum West Highland Way an der Wand.
Und sofort werdet ihr den Weg zum Startpunkt gewiesen. Ich habe mich sofort ziemlich wohl gefühlt, obwohl ich doch fremd war. Also keine Angst, das ist alles machbar und gar nicht schwierig. Nur Mut.

Übernachtungsmöglichkeiten


Beim Thema übernachten gibt es wohl zwei Möglichkeiten, die wohl am häufigsten genutzt werden: das Zelten und die Übernachtung im Hotel, Pension oder Bed & Breakfast. Egal für was du dich auch entscheiden solltest, der Weg bietet hier jedem genug Möglichkeiten.

Zelten

Zelten ist die Variante, für die auch ich mich entschieden hatte. Zum ersten mal in meinem Leben, was ich aber, um es vorweg zu nehmen, garantiert nicht bereut habe.
In Schottland gilt das Jedermannsrecht, sprich, vom Prinzip her könnt ihr überall euer Zelt aufstellen, wenn ihr einige Regeln beachtet. Ihr solltet nicht an oder um Gebäuden zelten (Farmen zum Beispiel) und euren Müll gilt es natürlich wieder mitzunehmen. Eine kleine weitere Einschränkung gibt es aber am West Highland Way aber dennoch: Um die Besucherströme in Schottland etwas zu kontrollieren, gibt es im Nationalpark sogenannte "Camping Management Zones", welche zwischen März und September bestehen.

Ausschnitt der Camping Management Zones am WHW - Quelle: Lochlomond-trossachs.org

Das bedeutet, ihr weicht entweder auf Hotels aus, bleibt auf den offiziellen Zeltplätzen oder holt euch eine Erlaubnis (Permit), das ihr an einem vorgesehenen Platz wild zelten könnt. Ich habe letzteres getan und es nicht bereut. Das Plätzchen nahe Rowardennan (oben in der Karte angezeigt, Lochan Maol Dhuinne genannt) liegt etwas vom Weg ab direkt auf einer kleinen Landzunge am See. Ein kleiner steiniger Strand ist vorhanden und lädt förmlich zu einem erfrischenden Bad ein.

Die Permitarea Lochan Maol Dhuinne mit Strand und geschützter Zeltmöglichkeit

Die Permits sind vorab der Übernachtung zu buchen und kosten eben mal 3 Pfund, was meiner Meinung nach völlig ok ist. Tut dies auch, denn das Ganze wird auch wirklich kontrolliert. Gegen 20.00 Uhr hatte ich noch Besuch von zwei netten Rangern, die von allen die Permits kontrolliert haben. Die Erlaubnis könnt ihr HIER vorab buchen.

Abgesehen von dieser kleinen Einschränkung beim Zelten am WHW ist es völlig problemlos und sicher. Wer wild zeltet, sollte evtl dennoch vorab mögliche Plätze anhand seines Pensums ausspähen und bekannte Spots, wie den an der Bridge of Orchy, mit ein zu beziehen. Zeltplätze sind am Weg zahlreich gestreut, von klein bis groß. Im Mai ist ein reservieren auf den öffentlichen Zeltplätzen wohl nicht nötig, überall waren noch ausreichend Stellmöglichkeit vorhanden. So bleibt einem auch etwas Spontanität erhalten und man bleibt flexibel.

Hotels, Pensionen, Bed & Breakfast

Dies ist die andere Variante, am West Highland Way seine Nacht zu verbringen. Wirklich viel kann ich zu diesem Punkt für euch aber nicht beitragen, denn ich habe diese Option unterwegs schlichtweg nicht benutzt.

Trotzdem kann man sagen, das eigentlich immer eine Möglichkeit besteht, irgendwo zu übernachten, vor allem aber an den End-/Startpunkten der offiziellen Etappen. Um hier einige mal zu nennen :

  • Drymen (Dörfchen liegt etwa 1-2km abseits des Weges, hat einige Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten sowie für Verpflegung einen SPAR Markt)
  • Balmaha (erster Ort nach dem Conic Hill am Loch Lomond, netter kleiner Laden vorhanden)
  • Rowardennan
  • Inversnaid (Hotel am See, gleich neben den schönen Wasserfall)
  • Crainlarich (auch ca. 1km abseits)
  • Tyndrum (der Ort mit der berühmten Tankstelle und Laden, lecker Essen :) und Lademöglichkeit für die Elektronik)
  • Bridge of Orchy (kleiner Ort, aber wohl größeres Hotel)
  • Glencoe Mountain Resort (es werden wohl Hütten/Bungalows angeboten)
  • Kinlochleven (größeres Städtchen mit Einkaufsmöglichkeit)
Typisches Bed & Breakfast Haus, hier zum Beispiel in Drymen
Nennung ist sicher nicht vollständig, aber ein guter Anhaltspunkt, um bei der Etappenplanung evtl über Google sich Möglichkeiten heraus zu suchen. Bei dieser Art zu wandern empfiehlt es sich jedoch, vorab seine Plätze bereits zu buchen, nicht das man dann vor ausgebuchten Hotels oder Pensionen steht. 

Auch bei dieser Art des Reisens ist es möglich, sich leicht und komfortabel fortzubewegen. Dem Gepäcktransport sei Dank. Dabei übernimmt ein Transportunternehmen für euch den Transport eurer Gepäckstücke, so das ihr einen kleinen Rucksack mit den täglich benötigten Sachen braucht. Dieser Service kostet pro Gepäckstück ca. 50-60 Euro, für manchen sicher eine Option. Ein Unternehmen das dies für euch leistet ist zum Beispiel Travel-Lite, sicher gibt es aber auch noch weitere.  

Verpflegung


Über die Verpflegung habe ich mir im Vorfeld schon einige Gedanken gemacht. Man kann zwar anhand von einigen Onlinekarten schauen, was in den Örtchen alles für Einkaufsmöglichkeiten gibt, doch bleibt eine gewisse Unsicherheit. Für den West Highland Way kann ich aber sagen, das dies völlig unbegründet ist. Mein mitgenommenes Müsli oder meine Riegel hätte es im Grunde gar nicht gebraucht, meistens hat man am Tag oft mehrmals die Möglichkeit, in einem Markt einzukaufen oder in einem Hotel einen Snack oder Cafe zu genießen.

Auch wenn es ziemlich einfach ist, sich unterwegs zu Verpflegen, sollte man doch im Vorfeld mal geschaut haben, wo und in welchen Entfernungen die jeweiligen Möglichkeiten bestehen, vor allem, wenn man mit dem Zelt unterwegs sein will. Die kleinen Städtchen habe oftmals irgendeinen Markt, der fast alles nötige führt. Dies Läden sind zwar etwas teurer, doch bleibt alles noch im Rahmen. Zum Beispiel kostet hier dann 1,5L Wasser 1,2 Pfund, selbiges bekommt man in Glasgow für 0,60 Pfund. Wurstwaren sind in Großbritanien deutlich teurer als bei uns, zwischen 3-4 Pfund kosten dann schon mal 200 gr Wurstaufschnitt. In folgenden Städtchen konnte ich in einem Markt einkaufen gehen:


  • Milngavie (etwa 300m vom Startpunkt entfernt)
  • Drymen (SPAR)
  • Balmaha (kleines Lädchen)
  • Iverarnan/Beinglas Farm (kleiner Laden am Zeltplatz)
  • Tyndrum (der berühnmte "Green Welly Shop")
  • Kinlochleven (CO-OP Markt)
Der kleine Einkaufsladen in Balmaha
Sollten es nicht die Märkte sein, so hat man unterwegs an den zahlreichen Zeltplätzen oftmals die Möglichkeit, etwas für den Hunger oder Durst zu erstehen. Hier und da hat man ein kleines Cafe oder eine kleine Einkehrmöglichkeit, in der man sich stärken kann. Auf den ersten Teil des Weges gibt es sogar eine Art "Hiker-Boxen", kleine Kisten mit Riegeln, Getränken oder Snacks. Man legt dafür einen kleinen Betrag rein und kann sich etwas mitnehmen, 1 Pfund für nen Riegel oder Wasser zum Beispiel.

Alles in allem kann man sagen, das ihr unterwegs wohl nicht verhungern oder verdursten werdet, dafür ist die Infrastruktur einfach zu gut. Angebracht ist aber sicher immer, noch etwas parat im Rucksack zu haben, um flexibel zu bleiben oder man eine Möglichkeit verpasst hat.

Ziel erreicht: Fort William


Nach langen und schweißtreibenden 154 Kilometern erreicht ihr, hoffentlich glücklich und wohlbehalten, den Zielort des West Highland Ways in Fort William. Der alte Zielpunkt liegt am Stadteingang und ist noch vorhanden (ein Schildchen und die Bänke stehen noch immer), für den neuen Zielpunkt seit 2010 geht es aber nun in die Stadt. Es geht neben einer viel befahrenen Straße entlang in Richtung Stadtkern, man läuft die Einkaufsstraße runter und ist dann endlich da. Die "Sore Feet Statue" markiert das Ende eurer Reise auf dem WHW.

Der Endpunkt der Wanderung: die "Sore Feet Statue"
Wer noch kann, der kann in der Stadt ein wenig bummeln gehen oder sich etwas umschauen. Es gibt nicht viel, aber die Kirche ist nett anzuschauen, auch die Einkaufstraße an sich fand ich sehenswert. Viele kleine Lädchen, eine tolle, irgendwie landestypische Architektur. Harry Potter Fans können am Bahnhof evtl einen Blick auf den "The Jacobite" erhaschen oder gar einen Tagesausflug damit Unternehmen. Am See sind die Überreste (und viel mehr ist es wirklich nicht) des alten Forts zu sehen, was aber nicht wirklich ein Muss ist.

Haus in der Einkaufsstraße in Fort William
Sicher werden hier einige noch einmal eine Nacht verbringen, ob nun in der Stadt oder auf dem Zeltplatz am Ben Nevis. Doch mehr oder weniger ist das Abenteuer hiermit beendet und man macht sich Gedanken an die Rückreise.

Rückfahrt nach Glasgow


Die meisten Wanderer werden, nachdem sie das Ziel Fort William erreicht haben, am selben oder nächsten Tag zurück nach Glasgow fahren. Hierfür bieten sich 2 Möglichkeiten an: einmal der Zug oder zum anderen der Bus. Bei beiden müsst ihr mehr oder weniger den Bahnhof aufsuchen, der sich beim Fort William Travel Centre befindet.

Bus

Diese Art der Rückreise habe auch ich gewählt. Zum einen kann man sein Ticket schon vorab buchen (z.Bsp. bei Citylink) und auch bezahlen, so das man mit dem Ausdruck der Buchung Zugang zum Bus bekommt. Hier ist aber zu beachten, das ihr dann zwingend diesen von euch gebuchten Bus auch nehmen müsst. Sollte also etwas dazwischen kommen oder ihr euch verspäten, dann sieht es schlecht aus.

Typischer Bus von Citylink 
Solltet ihr erst Vorort buchen wollen, so könnt ihr das nicht im "Bahnhof" selbst, sondern im Shop der "Caledonian Macbrayne Tour", der sich im Bahnhofsgebäude auf der Supermarkt zugewandten Seite befindet. Er wurde uns als Shop für die Fähren beschrieben, aber ein Bus Ticket bekommt man da auch. Es kostet je nach Zeitpunkt der Reise so um die 25 Pfund, Reisezeit etwas mehr als 3 Stunden.

Ich empfand das nach der Wanderung noch mal schön, mehr oder weniger den Weg auf der A82 Retour zu fahren, nachmal einige Punkte zu sehen, wo man vor Tagen entlang gewandert ist. Wie ein kleiner Film der rückwärts läuft...

Zug

Wer lieber mit dem Zug zurück fahren will, der muss ebenso ins Travel Centre von Fort William. Hier befindet sich der Schalter für die Tickets im Gebäude. Wer vorab buchen möchte, der hat zum Beispiel bei Trainline die Möglichkeit dazu. Hierbei gibt es das "Advanced Single Ticket", wo ihr euch an einen bestimmten Zug bindet, was mit ca. 27 Pfund zu buche schlägt. Alternativ gibt es noch das "Anytime Day Single", bei dem ihr euch zwar bei der Strecke festlegt, es aber innerhalb des gebuchten Tages nutzt. Diese Flexibilität kostet euch dann ca. 36 Pfund.

Lageplan des Fort William Travel Centre
Karte hergestellt aus Openstreetmap Daten Lizens: Open Database License (ODbL)

  • roter Punkt - Travel Centre Caledonian Macbrayne Tour Shop - hier bekommt ihr eure Busfahrkarten
  • gelber Punkt - Travel Centre Ticket Schalter für die Zugtickets
  • blauer Punkt - Abfahrtspunkt der Busse nach Glasgow 

Start- und Zielpunkt Glasgow


Das wird wohl für die meisten internationalen Wanderer des West Highland Ways zutreffen. Da könnte sich doch auch die Frage aufdrängen, ob man die Chance nutzen sollte und die Stadt noch ein oder zwei Tage besuchen und erkunden zu wollen. Ob ihr das tut oder auch nicht, eins ist sicher: Auch wenn der WHW keine Wildnis ist, wenn ihr in Glasgow ankommt, trifft euch die Zivilisation mit voller Wucht, mit all ihrer Hektik und Lautstärke, Gedränge und Überfluss. Schon Wahnsinn, was so ein paar Tage fernab des Trubels ausmachen.

Sollte ich eine Empfehlung aussprechen wollen, so würde ich sagen, ein Tag reicht für Glasgow, was aber meine persönliche Meinung ist. Durch meine Überlastung am Knie hatte ich 2 Tage in Glasgow verbracht, war ok, aber kein Muss. Zu meinen Highlight gehörten

  • die Kathedrale von Glasgow
  • Glasgow Necropolis  - der Friedhof neben der Kathedrale, interessant anzuschauen und Zugleich einen tollen Blick über Glasgow selbst
  • Buccanan Street - die Haupteinkaufsstraße, zwar überfüllt und laut, aber Musikanten oder Tänzen geben ihr Bestes um gehört und gesehen zu werden, von Dudelsackmusik bis Break Dance, super...auch ja, und einkaufen könnt ihr da auch, 2 Einkaufscenter befinden sich an dieser Straße zusätzlich
  • ein Spaziergang am Fluß Clyde in Richtung Glasgow Sience Centre - einige andere Einblicke in die Stadt sowie dann durchaus sehenswerte, moderne Architektur 
  • achtet auf die vielen, wirklich tollen Wandbilder an den Hausfassaden, die sind echt toll
Glasgow Necropolis - auf alle Fälle einen Besuch wert
Es gibt noch einige Museen zu bestaunen, einen Park zum bummeln oder auch die typische Hop On Hop Off -Stadtrundfahrt. Man kann einen Tag gut ausfüllen, Abends noch in eine der vielen Lokalitäten den Tag ausklingen lassen und in Gedanken den Weg Revue passieren lassen. 

Mein persönliches Fazit


Ein halbes Jahr hatte ich mich auf diese Reise vorbereitet, viel gesucht und viel gelesen. Es waren viele neue Sachen, die ich erleben würde. Von fremden Gegebenheiten bis hin, zum ersten Mal zu zelten. Und es hat sich gelohnt. Der West Highland Way ist aus meiner persönlichen Sicht definitiv eine Reise wert, gerade auch als "Anfänger".

Er hat eine gute Infrastuktur was An- und Abreise betrifft, ist sehr gut markiert und hat keine nennenswerten Schwierigkeiten an sich. Er bietet abwechslungsreiche Einblicke in die Natur, von lila blühenden Graslandschaften (natürlich in Abhängigkeit des Reisezeitpunktes --> Mai :), goldgelben Ginster, grünen Wiesen und bis hin zu kargen Berghängen. Die Leute sind nett, die Verpflegung klappt und mit etwas Planung ist die Übernachtung auch gesichert.

Evtl. hat euch ja diese kleine Zusammenfassung beim planen geholfen, vielleicht liegt die Reise noch vor oder bereits hinter euch. Wie waren eure Erfahrungen, was hattet ihr für Eindrücke? Schreibt gern dazu was in die Kommentare...



Nützliche Links

  • Offizielle Webseite - https://www.westhighlandway.org/
  • VisitScotland - Tipps rund um Schottland - https://www.visitscotland.com/de-de/
  • Sehenswürdigkeiten Glasgow - https://www.myhighlands.de/staedte/glasgow/
  • Alles rund um den Loch Lomond und Trossach Park - ttps://www.lochlomond-trossachs.org/


Filmvorstellung: Charged - Die Geschichte des Eduardo Garcia

Heute möchte ich euch auf einen Film aufmerksam machen, der bei mir durchaus einen bleibenden Eindruck hinter lassen hat. In Charged geht zwar nur so nebenbei um das Thema wandern, doch habe ich den Film
unter diesen Suchbegriff bei Amazon Video gefunden. Solltet ihr Prime Mitglied sein, so habt ihr derzeit die Möglichkeit, den Film im Rahmen des Abonnement kostenfrei zu sehen. Einzig kleines Manko ist leider, das er nur im Originalton Englisch vorliegt. Aber auch ohne fließend Englisch zu sprechen, kommt man ganz gut zurecht.

Die Webseite zum Film - www.chargedfilm.com/

Charged: Die Geschichte von Eduardo Garcia

Stellt euch vor, ihr geht in einer tollen Landschaft wandern, durch Wälder und weite Hügel. Es ist ein Teil eures Lebens, hier findet ihr Freiheit und Ruhe. Doch wenig später spürt ihr einen unsäglichen Schmerz, getroffen von 2400 Volt. Ihr seit dem Tod nah, allein in der Wildnis und kilometerweit weg von irgendwelcher Hilfe.

Und na klar, natürlich wird er gefunden und ins Krankenhaus gebracht, sonst würde es die Story ja auch nicht geben. Doch damit beginnt der Kampf, den Eduardo Garcia nun kämpfen muss.
Ganz so zart beseidet solltet ihr aber nicht sein. In der Folge werden Bilder und Aufnahmen seiner Verletzungen gezeigt. Und das sind nicht wenige, alles andere als nur kleine Kratzer. Man fragt sich unweigerlich, wie ein Mensch dies überleben kann oder konnte.

"I left the shell of the man that I was on the forest floor and took up the man I am and am becoming. And i am an honest men."
Eduardo Garcia


Und genau das macht einen großen Teil der Anziehungskraft des Filmes aus. Schnell wird klar, das Eduardo ein Kämpfer ist, ein Kämpfer sein will. Mit Humor und einem unbändigen Willen stemmt er sich gegen sein Schicksal. Es scheint anfangs wie eine Fassade, eine Maske, um den Schmerz und das persönliche Leid ausblenden zu wollen. Vielleicht war es auch so, aber es hilft ihm, zu überleben. Und nur das zählt in diese Phase.

Eine große Hilfe ist ihm dabei sein Ex-Freundin, die, als sie von dem Unfall erfährt, ihm zur Seite steht. Genesung, Fortschritte, Rückschläge, Gefühle und immer wieder der Blick nach vorn. Eduardo kämpft sich ins Leben zurück, auf eine Weise, die er vielleicht selbst nicht für möglich gehalten hätte. Selbst in seinem früheren Beruf als Koch kehrt er zurück, wird Motivator und hält Vorträge, gründet eine Firma mit und noch so einiges mehr, was er trotz seines Handicaps angeht und bewerkstelligt. Diese Stärke ist faszinierend, ist motivierend.

Es ist ein Bild von Stärke und unbändigen Wille was hier gezeichnet wird, ohne dabei übertrieben gefühlvoll oder glorifizierend
zu sein. Jeder hat und wird in seinem Leben Schicksalsschläge erleben, die einen weniger schlimm, die anderen sicher mehr. Doch
entscheidend ist, wie man damit umgeht oder umgehen kann. Eine Variante zeigt der Film. Nicht ein Leben lang über sein Schicksal klagen und sich in Einsamkeit verkriechen, sondern nach vorn blicken und das Beste aus der Situation machen. Ein eindrucksvoller Film wie ich finde und ein Mensch, zu dem man aufblicken kann. 

EINE PACKLISTE FÜR SCHOTTLAND – EIN ERSTER VERSUCH


Da ist sie nun endlich, meine Packliste für den bevorstehenden Trip nach Schottland. Und ja, es war eine schwere und leider auch lange „Geburt“.  Und das hat sicher einige Gründe.

Zum einen ist es mein erster Trip mit dem Zelt. Viele Ausrüstungsgegenstände wurden im letzten dreiviertel Jahr angeschafft, mit der Perspektive, (Ultra)Light zu sein. Man glaubt gar nicht, wie oft man da jedes Mal abwägt, ob man dies und das wirklich benötigen könnte. Und Aufgrund der fehlenden praktischen Erfahrung ist das gar nicht so einfach. Man kann sich sicher viel anlesen, Sachen beachten, die erfahrene Hiker kundtun oder wirklich versuchen, grobe Fehler schon im Vorfeld zu vermeiden.

Zum anderen setzt wohl jeder andere Präferenzen, jeder hat seine eigene Komfortzone was er als wichtig und unverzichtbar ansieht als ein anderer Wanderer. Das bekommt man wohl aber erst mit, wenn man es auch tut, und nicht nur darüber philosophiert. Deshalb ist diese Auflistung sicher ein guter Ansatz, ein Sammelsurium unerfahrener Gedanken, mehr aber auch nicht. Es wird sicher dazu ein Review geben, wie erfolgreich diese meine Gedanken sind und waren.



RUCKSACK/PACKSÄCKE
ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Rucksack Hyberg Attila in L565
1Line (Müllsack)85
2Drybag 8L35
1Drybag 4L24
=544

Hier gibt es nicht viel zu sagen. Der Attila wurde aus Preis/Leistungsgründen ausgewählt. Der Rucksackliner ist ein wirklich straffer Baumüllsack, was ihn sehr schwer macht. Hier bin ich noch am überlegen, ob nicht auch ein dünnerer Müllsack ausreichen sollte. Ein  8L Drybag für den Schlafsack, der andere für Wechselwäsche und Kleinzeug, der 4L Drybag für die Daunenjacke.



SCHLAFEN
ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Zelt Tarptent ProTrail inkl. Packsack724
1Isomatte NeoAir Xtherm436
1Pumpsack53
4Hering MSR Groundhoh52
4Hering Gosamer Gear20
1Packsack Hering2
1Liner Cocoon Mummy Seide118
1Cumulus LiteLIne 300 (L-10cm)709
1Tyvek Groundsheet136
1Evamatte 3mm145
=2395

Dieses Setup sieht üppig aus. Trotzdem wurde versucht, auch hier das Gewicht nicht aus den Augen zu verlieren. Einwandzelt von Tarptent, der Tyvek Groundsheet soll das Ganze von unten schützen. Die aufblasbare Isomatte NeoAir Xtherm habe ich mir letztes Jahr bereits geholt, als sie in einem Angebot war. Sie ist leicht schwerer als andere Isomatten, aber  jetzt noch einmal etwas anderes zu kaufen wäre nun auch quatsch gewesen. Die Evamatte soll die NeoAir schützen, ein Zusatzgewicht, was sich hoffentlich in der Zuverlässigkeit der Matte niederschlagen wird. Heringe wurden kurzfristig die Easton gegen die MSR Grounhog ersetzt, ich denke die sind vielseitiger. Zum Schluss noch der Cumulus Daunenschlafsack in L und 10cm mehr Länge, hydrophober Daune und Pertex Endurance Stoff, um vor einem gewissen Maß an Feuchtigkeit gewappnet zu sein.



KÜCHE
ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1MSR Pocket Rocket 274
1MugPot 900 Ti96
1PotCozy36
1Spork Titan19
1Feuerzeug19
=244

Auch bei der Küche nur das Nötigste. Der Gaskocher von MSR, ein Titanium Pot zum erhitzen von Wasser, ein PotCozy damit Speisen (in meinem Fall wohl z.Bs. Couscous oder einfache Tütennudeln) im zuvor gekochtem Wasser ziehen können. Die Gaskartusche wird erst in Glasgow erstanden, da sie auf Flügen nicht erlaubt sind.



KÖRPERPFLEGE / ERSTE HILFE
ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Zeckenschline8
1Handtuch Packtowel Nano22
1Zahnbürste7
1Erste Hilfe Set31
1Hirschtalg Creme45
1Zahnpasta30
1Leukotape14
1Toilettenpapier11
=168

Zeckenschlinge ist hier selbsterklärend, ein kleines Handtuch, wobei ich hier noch ein kleines Fragezeichen setzen würde. Braucht man es wirklich? Zahnbürste und Zahnpasta ist klar. Da ich ziemlich Blasenanfällig bin, leiste ich mir hier den Luxus von Hirschtalg. Der hält die Füße schön geschmeidig, damit hoffe ich, blasenfrei zu bleiben. Ausserdem stellt er eine gute Pflege dar, sollte ich doch durch einige Regentage dauerhaft nasse Füße haben. Leukotape als Schutz, wenn die Fußsohle doch anfangen sollte zu brennen. Zu guter Letzt, das Erste Hilfe Set. Enthalten sind Pflaster, Desinfektionsmittel, Blasenpflaster (Compeeds), Schmerzmittel, Ibuprofen. Die Blasenpflaster machen hierbei den Löwenanteil am Gewicht aus, da ich aber nicht einschätzen kann, wie sich meine Füße Aufgrund der Dauerbelastung schlagen, sind hier 3-4 Pflaster mehr drin als evtl. nötig.



BEKLEIDUNG AM KÖRPER
ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Socken kurz compr.56
1Gamaschen Dirty Gaitors31
1Schuhe Altra Lone Peak 3.0 Gr.45632
1Undershort Merino76
1Shorts inkl. Gürtel267
1CUBE Funktionsshirt kurz70
1Long Sleeve Merino218
1Fleece Pullover dünn279
1Kappi81
1Buff Merino53
=1763

Bekleidung, ob am Körper oder zum einpacken, ist der Punkt bei mir mit den meisten Fragezeichen. Zum einen, bin ich eine fürchterlich frostige Natur. Wo andere bereits im T-Shirt rumturnen, trage ich noch lang mit Jacke dazu. Zum anderen geht es nach Schottland, es ist nicht gerade für dauerhaften Sonnenschein und 25 Grad bekannt. Das macht die Auswahl etwas vage. Somit ist meine Auswahl ein Versuch, im Vorfeld diesen Punkten gerecht zu werden.

Ein dünnes Funktionsshirt, ein Longsleeve und ein dünner Fleece-Pullover sollten bei zu erwartenden 15 Grad für mich ausreichen. Sollte es wärmer werden, kann relativ schnell auf eine Schicht verzichtet werden. Die Gamaschen dienen dem Schutz, ständig Steine, Baumnadeln oder andere Sachen im Schuh und in den Socken zu haben nervt einfach. Undershort ist klar, bei der Short habe ich mich nun dafür entschieden. Geplant war eine kurze Laufhose, doch hat diese keinerlei Taschen, was mich ein wenig stört. Werde also sehen, ob die 100gr mehr dem praktischem Nutzen gerecht werden. Buff als Allzweckwaffe.

Ganz schwierig ist die Entscheidung mit den Schuhen. Die Altras sind bequem und laufen sich super. Doch merke ich auch, dass die 0mm Sprengung durchaus ihre Wirkung entfalten, sprich, auf langen Distanzen bekomme ich noch ein ziehen im Wadenbereich sowie den Sehnenansetzen im Fersenbereich. Ein Tag Anstrengung ist kein Problem, doch habe ich davon sicher 5-6 Tage. Und ich habe keine Lust, kürzer treten zu müssen oder gar eine Pause machen zu müssen, nur weil die Sehnen rumspinnen. Werde nun damit laufen, letzter Test war vielversprechend.



BEKLEIDUNG WECHSEL / WITTERUNG
ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Decathlon Windjacke111
1Decathlon Regenjacke RainCut L202
1Daunenjacke Cumulus Incr. Endurance350
1Decathlon Longsleeve Merino215
1Funktionshose lang144
1Decathlon Lauftight Lang164
1Rain Kilt (Swirl Müllsack)25
1Socken kurz compr.56
=1267

Hier kommen nun die Kleidungsstücke, die entweder zum Wechsel dienen oder dem Schutz vor möglichen Wetterbedingungen dienen sollen.
Da es sich um Schottland handelt, muss ich einfach von wechselnden Witterungsbedingungen ausgehen. Sollte es kühl und windig werden, sollte die Windjacke extra Schutz bieten. Aussdem kann ich dann unter meine Short die lange Lauftight anziehen. Diese bleibt wohl auch bei regnerischem Wetter an, hinzukommt kommt dann die Regenjacke und der aus einem Müllsack gefertigtem Regenrock. Nicht unbedingt der letze Schick, doch bin ich bis über die Knie vor Nässe und Wind von der Seite und Oben geschützt, es ist luftig und vor allem leicht. Der Sack ist etwas dehnfähig, sodass ein schnelles Reißen eigentlich nicht sein sollte. Natürlich ist er für Gestrüpp oder scharfkantigen Gestein ungeeignet, aber das ist bei dieser Tour fast nicht zu erwarten. Ich bin selbst gespannt, ob das funktioniert.

Als wärmende Isolationsjacke dient die Cumulus Incridilite Endurance. Das Longsleeve Merino als auch die Funktionshose lang  sind die wärmenden Notsachen, falls ich mal komplett durchweicht werden sollte, sowie auch Bekleidung für die Nacht. Gefühlt hätte ich diesen Part gern etwas leichter gehabt, doch mache ich das jetzt mal so. Socken sind zum Wechsel.



TECHNIK
ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Smartphone LG G4177
1GPS Garmin Etrex 30x151
1Ladekabel23
1SKROSS Steckdosenadapter für GB / 2x USB42
1ANKER Powerbank 10.000 mAh251
1CANON G7X MK II322
1Stirnlampe Black Diamond Spot (inkl. Batterien)89
1Tripod153
=1208

Technik, naja. Alles ganz schön gewichtig, das treibt das Gewicht doch nach oben. Aber zum einen bin ich nur knapp eine Woche unterwegs, zum anderen muss ich probieren, ob das so passt oder überdimensioniert ist. Schwierig.
Auf dem Smartphone habe ich Locus Maps drauf, mit dem Track und einigen Infos darauf. Es dient weiterhin für Fotos, Kommunikation und Internet. Das Etrex ist zum tracken und als Backup da, sollte das Smartphone ausfallen. Vorteil ist, es kann mit ganz normalen Batterien genutzt werden. Unsicher bin ich mir, ob es in dieser Form wirklich von Nutzen ist.

Die Canon Kompaktkamera (nicht auf den Bild) hat doch einige Optionen und Möglichkeiten mehr als das Smartphone. Z.Bsp. hoffe ich, mal so einen richtigen Nachthimmel vor die Linse bekommen zu können, evtl. auch mal ein Zeitraffer oder ähnliches. Es ist ein Versuch, die Erfahrung wird zeigen, ob dieses Gewicht bei zukünftigen Unternehmungen eingespart werden kann.

Die Powerbank ist auch ein ganz schöner Klotz. Da ich eigentlich nur zelten möchte, ist eine feste Wohnunterkunft eigentlich nur für die letzten 1-2 Tage geplant. Evtl kann man in Restaurants oder ähnlichen mal zwischenladen, kann ich aber aus jetziger Sicht schwer einschätzen. Die 10.000 mAh sollten mich aber für eine Woche für Kamera und Smartphone aushalten. Der Adapter hat 2 USB Anschlüsse, das erspart mir das mitführen eines Netzsteckers. Die Stirnlampe für den Fall der Fälle und wenn ich mal Nachts raus muss.



SONSTIGES
ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Trekkingstöcke Fizan Compact342
1Taschenmesser OPINEL N.0628
1Geldbörde / Kartenhalter53
1Aquamira Wasserfilter84
=507

Trekkingstöcke sind leicht, dreiteilig und zum drehen. Sie dienen auch als Halterung zum Zeltaufbau. Das Taschenmesser falls ich mal was zum Schneiden benötige, Geldbörse auch klar, Aquamira, falls ich mal Wasser brauche, auch wenn ich nicht wirklich weit weg von irgendwelchen Restaurants oder ähnlichen bin. Aber besser man hat als man hätte.


ÜBERSICHT GESAMTGEWICHT
Rucksack / Packsäcke744
Schlafen2395
Küche244
Körperpflege / Erste Hilfe168
Bkleidung (am Körper)1763
Bkleidung (Wechsel / Witterrung im Rucksack)1267
Technik1208
Sonstiges507
GESAMTGEWICHT8396
BASISGEWICHT (OHNE KLEIDUNG AM KÖRPER + STÖCKE)6291

Das ist sie nun also, meine erste wirkliche Packliste. Wie Eingangs beschrieben, tu ich mich momentan schwer, das wirklich einzuschätzen. Einige Erfahrungen müssen aber selbst gemacht werden, um Dinge für sich selbst einzuschätzen. Ich bin selbst gespannt.
Für den ersten Versuch und der üppigen Technik finde ich die 6,291kg Basisgewicht leider erwartbar, gern wäre ich 600gr oder 700gr weniger rausgekommen. Aber dazu ist einfach zuviel „experimentel“ darunter. 

Wie seht ihr die Liste? Habt ihr Anregungen, Meinungen oder Verbesserungsvorschläge? Lasst es mich wissen, habe dafür immer ein offenes Ohr.